Anschluss an die internationale Szene in den 1960er Jahren

Der Regisseur Herbert Graf nahm mit seinem Amtsantritt als Intendant 1960 eine Reihe von bedeutsamen Neuerungen in Angriff. Alle Werke wurden nunmehr in der Originalsprache gegeben. Dadurch konnten viele international renommierte Sänger ans Haus geholt werden. Ausserdem wurde das Internationale Opernstudio zur Pflege des Nachwuchses ins Leben gerufen. Weitere Forderungen von Graf waren ein eigenes Orchester für die Oper und ein Neubau anstelle des marode gewordenen alten «Stadttheaters». Was ist daraus geworden? Die Trennung von Opernorchester und Tonhalle-Orchester erfolgte erst 1985. Anstelle des in den 1960er Jahren geplanten Neubaus wurde das Haus dann 1982 umfassend renoviert und umgebaut. Die Impulse, die von Herbert Graf ausgingen, wirkten also teilweise jahrzehntelang nach; seine Direktionszeit endete jedoch bereits im zweiten Jahr nach einem hausinternen Konflikt, der schon bald in der Presse ausgetragen wurde und sich zum Streit um Grafs Amtsführung weitete.

Auf Graf folgte Hermann Juch (1964-1975), der für eine Phase der Konsolidierung sorgte. Er holte Ferdinand Leitner als musikalischen Oberleiter, der bis 1984 am Opernhaus Zürich wirkte. Das «Stadttheater» wurde umbenannt in «Opernhaus Zürich». Seit den 1950er Jahren hatten sich Aufführungen ausgewählter Musicals im Spielplan etabliert. Die Operette hingegen trat immer mehr zugunsten des Balletts zurück, das als eigenständige Sparte an Bedeutung gewann: Mit Nicholas Beriozoff wurde erstmals ein Ballettdirektor ernannt und die Compagnie zahlenmässig aufgestockt. Adäquate Aufführungen der grossen Ballett-Klassiker wurden möglich, Tänzer wie Rudolf Nurejew gastierten (auch als Choreograf). Mit der Inszenierung von Hans Werner Henzes «Re Cervo» präsentierte sich ein junger Bühnenbildner erstmals als Regisseur: Jean-Pierre Ponnelle.

175 Jahre Opernhaus Zürich

Hier finden Sie die Festschrift zum 175-jährigen Jubiläum der «Theater-Actiengesellschaft».
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